Unzumutbare Tauchregelung
in Kroatien!
Vom zuständigen Tourismusministerium
wurde eine Verordnung erlassen und im Amtsblatt veröffentlicht,
die das individuelle Tauchen, also ohne eine kroatische
Tauchbasis in Anspruch zu nehmen, durch extreme Verteuerung
unterbinden soll.
Will man selbständig, etwa von Land
aus oder mit einem eigenen Schiff, tauchen, wird für
die erforderliche Bewilligung eine Gebühr von Kn.2.400,-
(= Euro 350,- !) pro Person und Jahr eingehoben. Es ist
mitlerweile bekannt, dass diese Verordnung auf Betreiben
einiger Tauchbasenbesitzer erlassen wurde, die im Verband
"pro-diving Croatia" organisiert sind. Da sie
ihre Tauchplätze ausschliesslich von Schiffen aus anfahren,
sind ihre Interessen dadurch optimal vertreten.
Dass es in Kroatien aber auch Tauchbasen
gibt, die ihren Gästen das individuelle Tauchen von
Land aus ermöglichen, deren Interessen dadurch massiv
beeinträchtigt werden, ist den Verfassern der Verordnung
jedoch anscheinend entgangen (oder will man sich nur lästige
Konkurrenz vom Halse schaffen?). Auch viele Bootsbesitzer,
die vom eigenen Boot aus tauchen wollen und zwar sowohl
kroatische Bürger wie auch Gäste die in Kroatien
teure Liegeplätze für ihre Boote zahlen, oder
Häuser oder Wohnungen dort angeschafft haben sind davon
betroffen.
Während der Boot Tulln kam es am Stand von "Pro-Diving-Croatia"
immer wieder zu heftigen, teils tumultartigen Diskussionen
mit aufgebrachten Besuchern die zum Teil schon die Absicht
bekundet haben, Kroatien als Urlaubsland den Rücken
zu kehren. Diese Ansicht kann ich gut verstehen und werde
meine Aktivitäten in diesem Land heuer deutlich vermindern.
Am vergangenen Freitag ist es auch zu einer Protestaktion
einer der größten Tauchschulen Wiens vor dem
Kroaten-Stand gekommen. Alleine duch den Boykott dieser
Tauchschule verlieren die Kroaten ca. 3000 (!) Nächtigungen
dieses Jahr.
Leider hatte man nicht den Eindruck daß sich die kroatische
Seite von der einhellig ablehnenden Meinung der Besucher
zu diesem Thema beeindrucken ließ; es drängte
sich vielmehr das Gefühl auf es mit den selben Machtmechanismen
zu tun haben, die das Urlauben im einst kommunistischen
Jugoslawien so beschwerlich machte: der Gast als Melkkuh
und Bittsteller in Personalunion!
Man stelle sich vor wenn z.B. in Österreich von jedem
Urlaubsgast der ohne Bergführer in die Berge geht pro
Jahr die selbe Summe verlangen würde - ein Sturm der
Entrüstung wäre entfacht....
Ob sich in den nächsten Wochen hier noch etwas zum
Guten wendet bleibt abzuwarten; ich jedenfalls für
meinen Teil werde zumindest auf die Dienste der im "Pro-Diving-Croatia"-Verband
organisierten Tauchschulen verzichten und mich solidarisch
auf die Seite der Schwächeren, nämlich nicht organisierten
Tauchbasen stellen, denen der gute Individualgast noch etwas
wert ist, denn Hand auf´s Herz - wer will denn in
so einer großen Basis als einer von 20, 50 oder 100
Tauchern irgendwo hinter einem Guide hinterhertümpeln....?
Kurt Moser